Das Gehirn – wahrlich ein ebenso wunderbares wie geheimnisvolles Organ.
Es ist rund um die Uhr für alles zuständig, sogar mitten in der Nacht, wenn es dich plötzlich aufweckt und dich an diesen peinlichen Moment vor zwölf Jahren erinnert, als du dich vor allen blamiert hast.
Und du kannst dein Gehirn nicht nur pflegen, sondern auch ordentlich auf Trab bringen!
Und hier gibt es keine Zaubermethode: Um deine Fähigkeiten zu steigern und deine grauen Zellen gesund zu halten, musst du einfach nur dein Gehirn benutzen! Wir erklären dir, wie ...
🥼 So funktioniert das Gehirn: eine Minute Neurowissenschaften
Bevor wir dir erklären, wie du dein Gehirn auf natürliche Weise ankurbeln und besser lernen kannst, sehen wir uns zunächst (ganz kurz) an, wie es funktioniert.
Was ist das Gehirn?

Es ist ein hochkomplexes Organ, das unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche und Handlungen steuert. Es ist für unser Verhalten und unsere Interaktionen mit anderen verantwortlich.
Kurz gesagt: Es ermöglicht uns, unserem Dasein einen Sinn zu geben und wir selbst zu sein.
Zusammen mit dem Rückenmark bildet es das zentrale Nervensystem, das Informationen verarbeitet, die Motorik steuert und kognitive Funktionen gewährleistet.
Woraus besteht das Gehirn?

Es besteht aus zwei Hemisphären: Die rechte steuert die linke Körperhälfte, die linke die rechte.
Die linke Hemisphäre wird im Allgemeinen mit Logik, Vernunft und Sprache in Verbindung gebracht. Die rechte steht hingegen für Kreativität, Fantasie, Gedanken und Gefühle. Die beiden Hälften kommunizieren über den Balken miteinander.

Im Gehirn befindet sich die graue Substanz, auch Großhirnrinde genannt, die aus den Zellkörpern der Neuronen besteht. Ihr gegenüber steht die ebenfalls im Gehirn vorkommende weiße Substanz, die aus Nervenfasern, den Axonen, besteht.
Beide machen jeweils 50 % unseres Gehirns aus und sind untrennbar miteinander verbunden. Die weiße Substanz überträgt nämlich Informationen an die verschiedenen Bereiche der grauen Substanz.
Wenn du Schwierigkeiten hast, dir das vorzustellen, denk einfach daran: Die graue Substanz ist dein Computer und die weiße Substanz sind all die Kabel, die dafür sorgen, dass er richtig funktioniert. Schon viel klarer, oder? 🤓
Der Hirnstamm verbindet die Großhirnhemisphären mit dem Rückenmark.
Zum Gehirn gehört auch das Kleinhirn, das motorische und kognitive Funktionen steuert.
Wie funktioniert das Gehirn?

Warum bist du zu bestimmten Zeiten müde und hast zu anderen Hunger oder Durst? Nun, weil dein Gehirn das entscheidet.
Es sendet und empfängt ständig chemische und elektrische Signale im ganzen Körper.
Diese Signale steuern verschiedene Prozesse, und unser Gehirn wertet sie aus.
Dabei stützt es sich auf die Milliarden von Neuronen, die es enthält.
Warum lässt sich das Gehirn optimieren?
All das hast du von Natur aus, aber wenn du dein Gehirn forderst, kannst du es optimieren und ordentlich auf Touren bringen! Und zwar dank ...
🧠 Der Neuroplastizität

Darunter versteht man die Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Verbindungen je nach Lernprozessen und Training neu zu organisieren.
Lange Zeit dachte man, dass das Gehirn nach Erreichen des Erwachsenenalters seine Nervenverbindungen nicht mehr verändern und keine neuen Zellen bilden könne. Doch das war falsch!
Die Verbindungen in unserem Gehirn sind dynamisch und entwickeln sich unser ganzes Leben lang weiter, um unsere Erfahrungen und unser Wissen aufzunehmen.
Wie jeder Muskel muss auch das Gehirn trainiert werden, damit seine geistige Leistungsfähigkeit erhalten bleibt und sich sogar verbessert. Es täglich zu fordern ist wie ein Besuch im Fitnessstudio – nur für die grauen Zellen.
Unsere Tipps, um dein Gehirn anzuregen

Mit einigen guten Gewohnheiten kannst du deine Plastizität aufrechterhalten:
❓ Das Gehirn mit Denkübungen trainieren
Gehirntraining regt die Gehirnfunktion an, indem neue neuronale Verbindungen aktiviert und aufgebaut werden.
Um das Gehirn und unser Gedächtnis anzukurbeln, eignen sich viele Spiele: Sudoku, Puzzle, Gesellschaftsspiele, Kreuzworträtsel, Gedächtnisspiele oder Schach – du hast die Qual der Wahl!
Und wenn du Scrabble oder Knobelaufgaben nicht magst, kannst du anderen Aktivitäten nachgehen, die dich mehr interessieren, zum Beispiel Mathe-Nachhilfe geben oder lesen.
💡 Videospiele sind ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, deine Neuronen anzuregen: Sie verbessern dein Arbeitsgedächtnis, deine kognitive Flexibilität (also deine Anpassungsfähigkeit) und deine Problemlösungskompetenz. Es gibt also allen Grund, noch eine kleine ... allerletzte ... Runde ... zu spielen, um Mansa Musa in Civ IV zu vermöbeln.
🏃 Sport treiben

Du weißt es schon: Bewegung ist gut für den Körper, aber nicht nur für ihn!
Sie tut auch deinem Gehirn gut, denn sie versorgt es mit Sauerstoff und hilft ihm, sich zu entspannen.
Außerdem fördert sie die Durchblutung und gibt uns Energie.
Sportliche Betätigung kann die Gedächtnisleistung und die Problemlösungsfähigkeit deutlich verbessern. Denk also daran, dich zu bewegen (idealerweise mindestens dreimal pro Woche für jeweils 30 Minuten)!
🥕 Gesund und ausgewogen essen

Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist wichtig für die einwandfreie Funktion des Gehirns: Die Qualität unserer Ernährung wirkt sich direkt auf seine Gesundheit aus.
Manche Lebensmittel sind wegen ihrer positiven Wirkung auf die Neuronen besonders empfehlenswert.
Du kannst beispielsweise reichlich Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren essen, etwa fettreichen Fisch (Lachs, Sardinen, Makrele), Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und Rapsöl. Auch Obst und Gemüse stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Sie versorgen das Gehirn mit allen Nährstoffen, die es braucht.
Vermeide möglichst stark verarbeitete Lebensmittel, die das Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes erhöhen.
Denk auch daran, genug zu trinken, damit du immer gut hydriert bist. Und ich meine keinen Rosé auf Eis in der Sonne, sondern Wasser!
😴 Gut schlafen

Ist dir schon aufgefallen, wie viel schwieriger der Tag ist, wenn du zu wenig geschlafen hast? Konzentrationsprobleme, langsameres Denken … Um geistig fit zu bleiben und deine intellektuellen Fähigkeiten auf Topniveau zu halten, musst du ausreichend schlafen.
Es wird empfohlen, mindestens sieben bis acht Stunden pro Nacht zu schlafen.
In dieser Zeit tanken Körper und Gehirn neue Energie und verarbeiten alles, was sie im Laufe des Tages gelernt haben. Vernachlässige also deinen Schlaf nicht!
Du fragst dich, ob du genug schläfst? Dann lies hier unseren Artikel dazu und hier diesen, wenn du Tipps für einen tiefen und erholsamen Schlaf suchst!
📖 Neue Dinge lernen

Erinnerst du dich daran, wie du früher den Geschichtsunterricht auswendig lernen musstest? Vielleicht war das eine Qual für dich, für dein Gehirn war es hingegen eine hervorragende Übung. Denn dadurch trainierst du dein Gedächtnis und deinen Geist und verbesserst deine Lern- und Anpassungsfähigkeit.
Erkunde ruhig neue Themen, stelle Fragen und beschränke dich nicht auf das, was du bereits kennst.
Verlasse stattdessen deine Komfortzone, um deine Neugier zu wecken und dein Gehirn zu beschäftigen – für geistige Anregung gibt es nichts Besseres.
Und du wirst sehen: Das hilft dir auch dabei, deine Produktivität bei der Arbeit zu steigern. Wenn dich das interessiert, erfährst du hier mehr.
💡 Lernen ist schnell gesagt, aber wie geht das eigentlich? Es gibt zwei Dinge, die das Lernen erleichtern: Wiederholung und aktives statt passives Lernen. Lies deinen Lernstoff nicht nur, sondern mach dir Notizen und stelle dir Fragen – so lernst du (viel) besser.
🧳 Die Routine durchbrechen
Wenn es eine Sache gibt, die das Gehirn nicht mag, dann sind es tägliche Gewohnheiten.
Wir verlangen nicht von dir, dein Leben komplett umzukrempeln. Versuch aber, deine Routine hin und wieder zu durchbrechen, um dein Gehirn immer wieder aufs Neue anzuregen.
Das geht schon mit ganz einfachen Dingen, etwa indem du einen anderen Weg zur Arbeit nimmst oder deine morgendlichen Gewohnheiten umstellst.
Du kannst zum Beispiel auch deine Aktivitäten und Interessen abwechslungsreicher gestalten oder verreisen. Kurz gesagt: Tu, worauf du Lust hast, aber lass dich auf Neues ein.
🫂 Soziale Kontakte pflegen

Einsamkeit und Isolation sind die schlimmsten Feinde des Gehirns.
Damit es nicht in den Ruhemodus verfällt, solltest du soziale Kontakte pflegen. Das empfehlen Ärztinnen und Ärzte übrigens auch Menschen mit Alzheimer als Erstes.
Soziale Kontakte sind gut für die psychische Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden und können das Risiko für Depressionen und Angstzustände senken.
🧘 Auf die eigene mentale Gesundheit achten

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper!
Es ist sehr wichtig, sich sowohl im eigenen Körper als auch im eigenen Kopf wohlzufühlen.
Ein guter Anfang ist es, das Gehirn zu entspannen.
Wenn du deinen Geist beruhigst und deine Gedanken zur Ruhe kommen lässt, verbesserst du deine Konzentration und pflegst deine mentale Gesundheit.
Meditation, Yoga, Sophrologie, Atemübungen … All diese Aktivitäten können Stress abbauen und dazu beitragen, dass du dich körperlich und seelisch wohlfühlst – und das schon, wenn du sie nur ein paar Minuten am Tag praktizierst.
😬 Stress bewältigen

Wir kennen die Beschwerden, die zu viel Stress verursachen kann: Angst, Beklemmung, Depressionen …
Weniger bekannt ist, dass Stress auch zu Aufmerksamkeitsstörungen und Gedächtnisverlust führen kann.
Der Stressmechanismus löst nämlich zahlreiche Prozesse im Körper aus, die sich zusammen gegen dein Gedächtnis richten.
Den Stress im Alltag zu bewältigen, bedeutet also, sich um sein Gehirn zu kümmern!
Wie oben bereits erwähnt, können Sport und Meditation eine große Hilfe sein, um den Stress in den Griff zu bekommen und Anspannung abzubauen.
Lass dich auch nicht von zu viel Technik und Hyperkonnektivität (Bildschirme, Benachrichtigungen aus sozialen Netzwerken, FOMO-Syndrom) vereinnahmen.
Nimm dir also Zeit, um innezuhalten, durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen – das verbessert deine kognitive Leistungsfähigkeit!
🚬 Tabak, Alkohol und Drogen vermeiden
Alles, was das Gehirn beeinträchtigt, hinterlässt Spuren – kurz- oder langfristig.
Also nicht übertreiben! Um dein Gehirn in guter Verfassung zu halten, braucht es Maßhalten.
😂 Spaß haben

Das Gehirn anzukurbeln, heißt auch, ihm etwas Gutes zu tun!
Am besten hältst du dein Gehirn fit und gesund, indem du das tust, was du liebst, und Spaß hast.
Lachen setzt zum Beispiel Endorphine frei. Das hebt nicht nur die Stimmung, sondern baut auch Stress und Angst ab.
Zum Schluss: So optimierst du dein Gehirn
Das Gehirn ist ein komplexes, aber anpassungsfähiges Organ, das immer weiterlernen und neue Verbindungen bilden kann.
Und um dein Gehirn anzuregen, brauchst du keinen Zauberstab: Der Schlüssel ist ganz einfach, es zu benutzen!
Fordere es, indem du neue Dinge lernst, deine Freunde triffst, Sport treibst, dich ausgewogen ernährst und ausreichend trinkst, gut schläfst, deinen Stress bewältigst und das Leben genießt, indem du tust, was dir Spaß macht … Dein Gehirn zu optimieren ist kein Hexenwerk!



