Viel wird über die Gefahren von blauem Licht und die Vorsichtsmaßnahmen gesprochen, die man zum Schutz davor ergreifen sollte, insbesondere wenn unsere Augen sehr empfindlich auf das Licht von Bildschirmen reagieren.
Das ist bei kleinen Kindern, Menschen mit empfindlichen Augen und älteren Menschen der Fall …
In einer Zeit, in der Bildschirme allgegenwärtig sind, ist es gar nicht so einfach zu wissen, wie man die vor ihnen verbrachte Zeit einschätzen oder regulieren soll. Vor allem, wenn man als Elternteil selbst gerne zockt oder häufig im Homeoffice arbeitet!
Doch wie viel Zeit darf man vor Bildschirmen verbringen, wenn man ein Kind, ein Teenager oder ein Erwachsener ist? Wir nennen euch die Bildschirmzeiten, die je nach Alter eingehalten werden sollten.
Bildschirme, blaues Licht und ihre Auswirkungen
Was ist blaues Licht?
Blaues Licht ist ein natürlicher Bestandteil des Lichtspektrums (des natürlichen wie des künstlichen Lichts) und bezeichnet alle Wellenlängen zwischen 380 und 500 Nanometern, also diejenigen, die dem UV-Bereich am nächsten sind.
💡 Außerdem gilt: Im Gegensatz zum blauen Licht des Tageslichts ist das blaue Licht von Bildschirmen oder LED-Beleuchtungen statisch: Es verändert sich im Laufe des Tages nicht und wirkt sich daher anders auf unseren Organismus aus.
Ist blaues Licht schädlich?
Grundsätzlich überhaupt nicht. Blaues Licht ist sogar wichtig für unsere Körperfunktionen: Es signalisiert uns, wann wir morgens aufwachen und vom „Nachtmodus“ in den „Tagmodus“ wechseln sollen. Im Morgengrauen senkt blaues Licht nämlich die Produktion von Melatonin (dem Schlafhormon) und sorgt so für ein natürliches, allmähliches Erwachen.
⚡️ Umgekehrt kann eine übermäßige Belastung durch blaues Licht vor dem Einschlafen problematisch sein: Indem Bildschirme den Melatoninspiegel senken, senden sie uns dasselbe Signal wie das Tageslicht und können sich somit tatsächlich auf unsere Schlafqualität auswirken.
Auswirkungen von blauem Licht auf das Sehvermögen und die Gesundheit
Abgesehen vom Zusammenhang zwischen Schlaf und blauem Licht wurde nachgewiesen, dass eine längere Belastung durch künstliches blaues Licht kurzfristig und langfristig zu Augenbeschwerden und Gesundheitsrisiken führen kann:
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kurzfristig: müde Augen, trockene Augen, Brennen …
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langfristig: nachlassende Sehschärfe, Risiko degenerativer Augenerkrankungen
In experimentellen Studien wird sogar ein möglicher Zusammenhang zwischen blauem Licht und der Gesundheit untersucht, etwa hinsichtlich des Auftretens bestimmter Krankheiten (Übergewicht, Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs …).
Auch wenn bislang nichts eindeutig belegt ist, sollte man daher Vorsichtsmaßnahmen treffen, insbesondere bei Menschen, die als „Risikogruppe“ gelten.
Bildschirmzeit nach Alter
Unter 3 Jahren: keine Bildschirmzeit

Auswirkungen übermäßiger Bildschirmzeit auf die Entwicklung und Gesundheit von Babys:
Für die Kleinsten gilt eine einfache Regel: keine Bildschirme vor dem Alter von 2, besser noch 3 Jahren!
Denn in diesem Alter sind die Augen und insbesondere die Linse noch empfindlich, da sie sich noch entwickeln. Eine übermäßige Belastung durch blaues Licht, insbesondere durch Bildschirme, führt daher unter anderem zu müden Augen, Kopfschmerzen, trockenen Augen, Brennen, einer gewissen Reizbarkeit sowie Schlaf- und Einschlafproblemen.
Hinzu kommt, dass eine übermäßige Bildschirmnutzung vor dem Alter von 3 Jahren, aber auch bei älteren Kindern, nachweislich schädliche Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung hat. Kinder lernen durch den Kontakt mit der Welt um sie herum.
Und nicht nur das blaue Licht ist dafür verantwortlich: Laut Forschenden steht eine übermäßige Bildschirmnutzung an sich in direktem Zusammenhang mit einer Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung von Kindern. So können Sprache, Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.
Laut der WHO kann eine übermäßige und unbegleitete Bildschirmnutzung zu gesundheitlichen Problemen führen, darunter:
➡️ Übergewicht,
➡️ Schlafstörungen,
➡️ Störungen der kognitiven Entwicklung
➡️ Auswirkungen auf Sprache und Kommunikation
➡️ ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen und Lernschwierigkeiten.
Wie lassen sich die Auswirkungen von blauem Licht vor dem Alter von 3 Jahren begrenzen?
In der Praxis ist es besser, Bildschirme für Babys ganz zu vermeiden: Wenn möglich, sollten sie vor dem Mindestalter von 2 Jahren kein Smartphone, Tablet, keinen Computerbildschirm und keinen Fernseher nutzen. Der Oberste Rundfunkrat, Arcom und das Gesundheitsministerium empfehlen sogar, Kinder vor dem Alter von 3 Jahren so wenig wie möglich Bildschirmen auszusetzen.
Denkt außerdem daran, die Nutzung von Bildschirmen und LED-Beleuchtung möglichst mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen zu reduzieren, damit das Einschlafen leichter fällt. (Und füttert sie nicht nach Mitternacht … ach nein, Verzeihung.)
Von 3 bis 6 Jahren: nur in (sehr) kleinen Dosen
Bei etwas älteren Kindern kann man mit Bildschirmzeit beginnen, aber immer unter strenger Aufsicht und für höchstens 20 Minuten pro Sitzung, sodass insgesamt eine Stunde pro Tag über alle Bildschirme hinweg nicht überschritten wird.
Idealerweise kann man die bildschirmfreie Zeit sogar über das Alter von 3 Jahren hinaus fortsetzen. Zugegeben, das kann schwierig sein, wenn euer Mini-Ich lautstark nach dem Tablet verlangt. Aber eine Bildschirmpause tut allen gut, versprochen!
Von 6 bis 9 Jahren: höchstens 2 Stunden pro Tag

Wenn euer Kind mit Beginn der Grundschulzeit eine Serie oder einen Zeichentrickfilm liebt oder anfängt, euch bei Mario Kart herauszufordern, könnt ihr die Obergrenze auf 1 bis 2 Stunden pro Tag erhöhen. Am besten versucht ihr, es bei weniger zu belassen und gemeinsam anzuschauende Sendungen zu bevorzugen, um die gemeinsame Zeit zu stärken (früher oder später wird es euch bei Mario Kart sowieso schlagen).
Ab 9 Jahren: weiterhin eine begleitete Nutzung
Je älter euer kleiner Gamer wird, desto eher könnt ihr ihm bis zu 2 Stunden Bildschirmzeit pro Tag erlauben. Denkt aber daran, dass die Qualität genauso wichtig ist wie die Menge. Lasst ein Kind möglichst nicht allein vor dem Bildschirm, solange sich sein Gehirn noch mitten in der Entwicklung befindet, und achtet darauf, welche Inhalte es sieht.
Außerdem ist das eine tolle Gelegenheit, eure Leidenschaften miteinander zu teilen und gleichzeitig die Bildschirmzeit und -nutzung zu begrenzen!
Übrigens gibt es Brillen gegen blaues Licht für Kinder. Außerdem könnt ihr auf euren Smartphone-Bildschirmen beispielsweise Blaulichtfilter aktivieren.
Teenager und Bildschirme: Abhängigkeit vorbeugen

Wir wissen es: Teenager sind, wie viele ihrer Eltern, oft bildschirmsüchtig. Videospiele, Handys oder Serien zu verteufeln, ist zwar nicht die Lösung, aber die Risiken von blauem Licht für die Gesundheit von Jugendlichen sind durchaus real: mehr Bewegungsmangel, soziale Isolation sowie Aufmerksamkeits- und Lernstörungen sind nur einige Beispiele für die Auswirkungen von Bildschirmen auf unsere Teenager.
Wie immer kommt es auf das richtige Maß an. Um die Augen und die Gesundheit der (fast) erwachsenen Kinder zu schützen, sollte man eine übermäßige Bildschirmnutzung nicht fördern.
In einem Alter, in dem jeder Teenager lieber auf den Bildschirm seines Smartphones schaut, als sich mit euch zu unterhalten, ist es daher wichtig, grundlegende Regeln für die Bildschirmnutzung aufzustellen:
⚠️ keine Bildschirme am Esstisch
⚠️ höchstens 2 bis 4 Stunden Bildschirmzeit pro Tag
⚠️ Für eine maßvolle Nutzung wird eine Kindersicherung empfohlen.
Und ja, falls ihr euch fragt: Protestgebrummel ist bei diesen Geschöpfen unvermeidlich … Aber wir lieben sie trotzdem und wollen sie schützen, auch wenn wir dadurch als Spaßverderber dastehen. Zur Not setzen wir ihnen eben eine für Teenager und Gamer geeignete Brille gegen blaues Licht auf die Nase.
Vorsichtsmaßnahmen für Erwachsene

Ihr dachtet, ihr wärt als Erwachsene vor den Auswirkungen von blauem Licht sicher und immun? Tja, falsch gedacht!
Wie bereits erwähnt, kann blaues Licht schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben – und zwar in jedem Alter. Deshalb sollten auch Erwachsene auf ihre Bildschirmnutzung achten.
Wenn es euch unmöglich oder undenkbar erscheint, eure Bildschirmzeit zu reduzieren, haben wir wieder eine Lösung für euch:
📱 Blaulichtfilter
🌛 Der Nachtmodus auf euren Geräten
👓 Brillen gegen blaues Licht mit einer guten Filtertechnologie (praktischerweise kennen wir uns damit aus)
Auch wenn es zur Gewohnheit geworden ist, abends im Bett auf dem Handy zu scrollen, hilft es euch, besser zu schlafen, wenn ihr eure Belastung durch blaues Licht direkt vor dem Schlafengehen reduziert. Versprochen – von Experten!
Der Fall älterer Menschen

Ab 65 Jahren sind die Augen empfindlicher und reagieren daher stärker auf die Auswirkungen von Bildschirmen. So leid es den Zocker-Opas auch tut: Sie müssen den Schutz vor blauem Licht mit einer Korrektionsbrille kombinieren! Die durch übermäßige Bildschirmnutzung verursachte Augenbelastung kommt nämlich zu den Sehproblemen hinzu, die im Alter auftreten können, und kann so euer Wohlbefinden beeinträchtigen. Wenn ihr die Bildschirmnutzung reduziert, lassen sich Symptome wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, ein zuckendes Auge oder Brennen verringern – und gleichzeitig bleiben Schlaf und Einschlafen ungestört.
Hinzu kommt, dass langes, regungsloses Sitzen (beim Fernsehen, beim Lesen auf dem E-Reader oder vor dem Computerbildschirm) der Gesundheit ebenfalls nicht zuträglich ist. Wie immer gilt: Die Mischung macht’s. Legt Pausen ein und geht ein wenig in eurer Nachbarschaft spazieren – das tut in jedem Alter gut.
Fazit: Für jedes Alter die passende Bildschirmzeit
Die Risiken einer übermäßigen Bildschirmnutzung bestehen in jedem Alter, auch wenn manche Gruppen, insbesondere kleine Kinder, empfindlicher sind. Daher sollte man sich an die dem jeweiligen Alter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen halten:
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Vor dem Alter von 3 Jahren so wenig Bildschirme wie möglich (am besten noch länger!)
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Bis zum Alter von 6 Jahren 1 Stunde pro Tag,
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Bis zum Alter von 12 Jahren 1 bis 2 Stunden pro Tag, unter elterlicher Aufsicht
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Für Teenager 2 bis 4 Stunden pro Tag
Erwachsenen und älteren Menschen empfehlen wir, die Bildschirmnutzung auf ein angemessenes Maß zu reduzieren und zum Schutz eine wirksame Brille gegen blaues Licht zu tragen.



