Videospiele sind heute aus dem Leben von Kindern kaum wegzudenken – zumal viele Eltern selbst schon früh damit angefangen haben!

Als Elternteil macht man sich natürlich Gedanken. Zumal Bildschirme die Entwicklung der Kleinen nicht ohne Risiken beeinflussen.

Also: Ab welchem Alter sollten Kinder an die Freuden der Konsole herangeführt werden – und an den blauen Panzer, wenn der Sieg schon zum Greifen nah schien? Wie können wir sie bei ihren ersten Schritten in der Welt der Videospiele begleiten?

Hier kommt der Ratgeber!

Kinder und Videospiele: echte Vorteile, echte Risiken

zwei Xbox-Controller vor dunklem Hintergrund

Als jüngster Zugang in der bunten Welt der Kultur- und Unterhaltungsmedien hatten Videospiele nicht immer den besten Ruf. Nachdem sie für zahlreiche Probleme verantwortlich gemacht wurden, ist es an der Zeit, die Diskussion über den Zugang von Kindern zu Videospielen wieder ins rechte Licht zu rücken.

Das Spielen von Videospielen kann durchaus Vorteile haben:

  • 🧠 Entwicklung kognitiver Fähigkeiten: Videospiele können die kognitiven Fähigkeiten von Kindern verbessern, darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Problemlösung. Manche Spiele erfordern strategisches Denken und fördern so die Entwicklung analytischer Fähigkeiten.

  • 👁 Hand-Auge-Koordination: Videospiele, bei denen körperliche Bewegungen zum Einsatz kommen, können dazu beitragen, die Hand-Auge-Koordination unserer Kinder zu verbessern. Sie müssen lernen, ihre Bewegungen auf dem Bildschirm mit den Aktionen zu synchronisieren, die sie mithilfe eines Controllers oder anderer Spielgeräte ausführen.

  • 🏓 Interaktives Lernen: Manche Videospiele wurden speziell für Lernzwecke entwickelt. So können Kinder spielerisch und mit Spaß lernen.

  • ✨ Förderung der Kreativität: Videospiele bieten oft virtuelle Welten, in denen Kinder Avatare, Umgebungen und Geschichten gestalten und individuell anpassen können. Das regt den kreativen Ausdruck und die Fantasie unserer Kinder an.

Videospiele können sich jedoch negativ auf die Gesundheit unserer Kleinen auswirken, wenn das Spielen nicht begleitet wird und dem Kind klare Grenzen fehlen:

  • ⏱ Bildschirmzeit: Videospiele sind interaktiv, aber sitzend. Wer zu viel Zeit mit ihnen verbringt, bewegt sich möglicherweise zu wenig. Es ist unerlässlich, die Bildschirmzeit zu begrenzen. Gleichzeitig sollte man für einen ausgewogenen Ausgleich durch körperliche Aktivität sorgen. Zur Erinnerung: Bildschirme (Fernseher, Tablet, Konsole usw.) sollten vor dem 3. Lebensjahr gar nicht genutzt werden, bis zum 6. Lebensjahr höchstens 20 Minuten täglich, bis zum 9. Lebensjahr 1 bis 2 Stunden und bei älteren Kindern 2 Stunden.

  • 💢 Ungeeignete Inhalte: Manche Videospiele können gewalthaltige oder für bestimmte Altersgruppen ungeeignete Inhalte enthalten. Behalten Sie im Blick, welche Spiele Ihre Kinder spielen, und wählen Sie altersgerechte Spiele aus.

  • 😔 Risiken für die psychische Gesundheit: Übermäßiges Spielen von Videospielen kann mit psychischen Problemen wie Abhängigkeit, sozialer Isolation und Angstzuständen verbunden sein. Es ist wichtig, offen mit unseren Kindern zu kommunizieren und auf besorgniserregende Verhaltensänderungen zu achten.

  • 💤 Auswirkungen auf den Schlaf: Bildschirme strahlen künstliches blaues Licht aus, das den Schlaf stören kann. Neben einer Begrenzung der Bildschirmzeit sollte man Kindern mehrere Stunden vor dem Schlafengehen das Spielen nicht mehr erlauben, damit die Schlafqualität nicht darunter leidet.

Die 3-6-9-12-Regel von Serge Tisseron zur Einführung von Kindern an Bildschirme

ein Kind spielt auf seinem Bett mit einer Nintendo-Switch-Konsole

Dr. Serge Tisseron, ein Psychiater, der sich auf unsere Beziehung zu technischen Geräten und insbesondere zu Bildschirmen spezialisiert hat, hat einen Leitfaden erstellt, der Eltern dabei hilft, die wichtigsten Entwicklungsschritte ihres Kindes kennenzulernen.

Es geht nicht darum, Bildschirme zu verteufeln, sondern darum, die Kleinen bei ihren ersten Erfahrungen und beim Umgang damit zu begleiten, damit sie gesund mit Bildschirmen aufwachsen.

🖥 Kein Fernseher vor dem 3. Lebensjahr

Das Kind kommt in den Kindergarten und lernt die Schule kennen. Es entwickelt seine Orientierung, indem es seine fünf Sinne einsetzt. Eine passive Beschäftigung wie Fernsehen würde seine Entwicklung bremsen – das Kind braucht Aktivität und Interaktion und möchte erleben, wie sich seine Welt verändert!

🎮 Keine eigene Konsole vor dem 6. Lebensjahr

Das Kind entwickelt seine Fantasie und spielt und bastelt mit den Händen. Die Nutzung eines Touchscreens kann gemeinsam mit einem Erwachsenen 15 Minuten am Tag in Betracht gezogen werden. Man kann zum Beispiel ein Lernspiel spielen, sofern dadurch nicht zusätzlich Zeit vor dem Fernseher oder Computer hinzukommt.

🌍 Internet frühestens ab 9 Jahren

Zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr entwickelt das Kind seine Lese- und Schreibfähigkeiten, aber auch seine sozialen Beziehungen. Es kann Gesellschaftsspiele spielen und beginnt, Regeln zu verstehen. Erst ab 9 Jahren kann es anfangen, das Internet zu nutzen – und zwar immer unter Aufsicht eines Erwachsenen.

👥 Soziale Netzwerke ab 12 Jahren

Das Kind kann das Internet selbstständig nutzen, wenn Sie ihm drei grundlegende Prinzipien vermittelt haben (alles, was man dort veröffentlicht, kann gesehen werden, nichts wird jemals vollständig gelöscht und man sollte nicht alles glauben, was man dort liest). Trotzdem sollte man den Computer in einem gemeinsam genutzten Wohnraum aufstellen und die Nutzungszeit überwachen. Auch die Kindersicherung ist unverzichtbar!

Mit welcher Videospielkonsole sollte man anfangen?

Kommen wir gleich zur Sache: Nintendo setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, Konsolen und Spiele mit einem stark familiären und gemeinschaftlichen Charakter anzubieten – insbesondere für jüngere Kinder.

Als Elternteil können Sie mit einer Nintendo-Konsole Ihrem Kind ganz sicher einen guten Einstieg in die Welt der Videospiele ermöglichen – unabhängig davon, welche Konsolengeneration gerade auf dem Markt ist.

Die Nintendo Switch ist derzeit – sowohl als Hybridkonsole für den Fernseher und unterwegs als auch aufgrund ihres Spieleangebots – eine hervorragende erste Konsole für Kinder ab 6 Jahren.

eine illustrierte Darstellung von Mario von Horus X in einer 2D-Welt

Ab 12 Jahren kann man über ein anspruchsvolleres Spieleangebot nachdenken. Nintendo-Spiele sind in jedem Alter eine gute Wahl, aber Konsolen wie Sonys PlayStation oder Microsofts Xbox können ebenfalls interessant sein. Wie trifft man die Wahl? Je nach Ihren Vorlieben, denen Ihres Kindes und danach, was seine Freunde spielen: Videospiele bekommen in diesem Alter eine echte soziale Bedeutung. Natürlich spielt auch Ihr Geldbeutel eine Rolle.

Die Konsole sollte im Wohnzimmer stehen: Sie ist ein Familiengerät, und es bleibt wichtig, die Spielzeit Ihres Kindes zu kontrollieren.

Klare Regeln für einen gesunden Umgang mit der Konsole festlegen

Wenn Sie eine Spielkonsole in den Alltag Ihres Kindes einführen, müssen Sie unbedingt klare Regeln und angemessene Grenzen festlegen.

Ein gesunder und ausgewogener Umgang mit der Konsole ist entscheidend. Dafür braucht es eine gute Kontrolle und die aktive Begleitung durch die Eltern. Hier ein paar Tipps:

  • 🕗 Feste Spielzeiten festlegen

  • 🚴‍♂️ Für abwechslungsreiche Aktivitäten sorgen (Sport, Gesellschaftsspiele, kulturelle Ausflüge, Spaziergänge in der Natur usw.)

  • 👨‍👩‍👧‍👦 Familienregeln aufstellen: Beziehen Sie die ganze Familie in die Ausarbeitung der Regeln ein und achten Sie darauf, dass sich alle daran halten.

  • 🚫 Kindersicherungsfunktionen nutzen

  • 🗣 Offen mit Ihrem Kind über Regeln und Grenzen beim Videospielen sprechen.

  • 👨‍✈️ Regeln und Grenzen regelmäßig überprüfen und an die Entwicklung und Reife Ihres Kindes anpassen.

  • 😎 Blaues Licht filtern mit einer Bildschirmbrille für Kinder: Horus X bietet die beste Filterleistung auf dem Markt, damit sich Ihre Kinder wohlfühlen, besser schlafen und keine Augenmüdigkeit bekommen.

Ein positives Spielerlebnis fördern

Die Konsole soll Spaß machen, aber weder zur Pflicht noch zur Obsession werden. Hier ein paar Tipps für ein gutes Spielerlebnis:

  • 👧 Die Spiele sorgfältig auswählen: Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder altersgerechte Spiele spielen. Die PEGI-Kennzeichnung ist eine gute Orientierung: Sie gibt das empfohlene Mindestalter und die Art der Inhalte klar an. Informieren Sie sich vor dem Kauf oder Herunterladen über die Spiele und berücksichtigen Sie dabei Bewertungen und Empfehlungen.

  • 👨‍👧‍👧 Gemeinsam spielen: Beteiligen Sie sich am Spielerlebnis Ihres Kindes und spielen Sie ab und zu mit ihm. So lassen sich die familiären Beziehungen stärken, schöne gemeinsame Momente erleben und die Spiele besser verstehen, die Ihr Kind spielt. Nutzen Sie die Gelegenheit, um über die Themen des Spiels zu sprechen und positive Werte zu vermitteln.

  • 🛑 Regeln für das Verhalten im Internet festlegen: Wenn Ihr Kind Online-Spiele spielt, erklären Sie ihm, wie wichtig es ist, die Verhaltensregeln einzuhalten und anderen Spielern respektvoll zu begegnen. Ermutigen Sie es, unangemessenes Verhalten zu melden und negative Interaktionen zu vermeiden.

  • 📵 Zu maßvollem Spielen ermutigen: Ermuntern Sie Ihr Kind, regelmäßige Pausen während des Spielens einzulegen. Legen Sie Zeiten für andere Aktivitäten fest, zum Beispiel draußen zu spielen, ein Buch zu lesen oder Zeit mit Freunden zu verbringen.

  • 🕹 Für Abwechslung bei den Spielen sorgen: Ermutigen Sie Ihr Kind, verschiedene Spielgenres auszuprobieren, etwa Puzzle-, Jump-’n’-Run-, Strategie- oder Sportspiele. So kann es neue Spielerlebnisse entdecken und seinen spielerischen Horizont erweitern.

  • 🎨 Die Kreativität anregen: Manche Videospiele bieten Kreativwerkzeuge, mit denen Ihr Kind eigene Level, Figuren oder Geschichten gestalten kann. Ermuntern Sie es, diese Funktionen zu nutzen, um seine Kreativität auszudrücken und seine Fantasie anzuregen.

  • 📡 Kommunikation fördern: Schaffen Sie ein vertrauensvolles Klima und sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über seine Spielerfahrungen. Hören Sie sich seine Meinungen, Sorgen und Interessen an. Sprechen Sie über die Themen und Werte, die in Videospielen vermittelt werden, um Ihrem Kind dabei zu helfen, kritisches Denken und ein Bewusstsein für den Einfluss von Spielen auf seine Entwicklung zu entwickeln.

Ab welchem Alter ist eine Konsole geeignet? Das Fazit

Um zu entscheiden, in welchem Alter Ihr Sprössling seine erste Konsole bekommen darf, sollten Sie also gut nachdenken!

Als Elternteil besteht Ihre Aufgabe darin, Ihr Kind bei seinen ersten Erfahrungen mit Bildschirmen und Videospielen anzuleiten, zu begleiten und zu unterstützen.

Dazu gehören klare Regeln, gut definierte Grenzen und zahlreiche kleine Tipps, damit Videospiele immer ein positives Erlebnis bleiben.

Eine Konsole wird also erst ab 6 Jahren empfohlen und sollte natürlich streng reguliert werden. Mit den Jahren können die Regeln gelockert werden. Um einen gesunden und positiven Umgang mit Videospielen zu fördern, sollte man jedoch immer auf Kommunikation, Zuhören und Verständnis setzen.

Mit einem gesunden und wohlwollenden Ansatz können Sie ein harmonisches Gleichgewicht zwischen der realen und der virtuellen Welt schaffen und Ihrem Kind ermöglichen, Fähigkeiten zu entwickeln, sich zu entfalten und durch Videospiele unvergessliche Erlebnisse zu sammeln.

Und was wäre dafür besser geeignet als ein blauer Panzer, der ihm eine wertvolle Lektion fürs Leben erteilt?

Getaggt: Gaming